Altbau vs. Neubau für Fix & Flip: Warum der Altbau fast immer gewinnt

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Wer mit Fix & Flip beginnt, steht früh vor einer grundlegenden Frage: Kaufe ich ein Altbauprojekt mit viel Renovierungsbedarf oder eine neuere Immobilie, die schon in gutem Zustand ist? Die Antwort überrascht viele Einsteiger – und hat mit dem Kernprinzip des Flippens zu tun.

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Was zählt als Altbau, was als Neubau?

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Als Altbau gelten im deutschen Immobilienmarkt typischerweise Gebäude, die vor 1980 errichtet wurden. Dazu zählen Gründerzeitbauten (1870–1920), Zwischenkriegsbauten (1920–1950) sowie Nachkriegsgebäude der 1950er bis 1970er Jahre. Neubau bezeichnet in der Regel Immobilien, die nach 2000, oft nach 2010 fertiggestellt wurden.

Altbau vs. Neubau für Fix & Flip: Warum der Altbau fast immer gewinnt
Altbau vs. Neubau für Fix & Flip: Warum der Altbau fast immer gewinnt
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Für Fix & Flip interessant sind vor allem Objekte, die günstig zu kaufen sind – und das sind fast ausschließlich Altbauten mit erheblichem Sanierungsbedarf.

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Der entscheidende Vorteil: Günstiger Einstieg beim Altbau

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Altbauten mit Renovierungsbedarf werden deutlich unter Marktwert gehandelt. Ein typisches Beispiel aus dem Jahr 2024: Eine unsanierte 70-m²-Altbauwohnung in einer mittelgroßen deutschen Stadt kostet 120.000 €. Die gleiche Wohnung, frisch renoviert, erzielt 185.000 € auf dem Markt. Die Differenz – abzüglich Renovierungskosten von rund 40.000 € – ergibt einen Rohgewinn von 25.000 €.

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Neubauimmobilien hingegen werden am Markt selten unter dem Zeitwert angeboten. Die Verkäufer kennen den Wert, es gibt keine offensichtlichen Mängel als Verhandlungsargument, und die Margen für Flips sind verschwindend gering. Ein Neubau für 300.000 € lässt sich kaum für 330.000 € weiterverkaufen, wenn der Kaufpreis schon dem Marktniveau entspricht.

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Substanz und Charme: Altbau-Argumente beim Wiederverkauf

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Renovierte Altbauten verkaufen sich gut – wenn die Renovierung handwerklich sauber ist. Kaufinteressenten zahlen für hohe Decken, Stuckelemente, Dielenböden und massive Mauern gerne einen Aufpreis gegenüber einem funktionalen Neubau. Gründerzeitwohnungen in Bestlage erzielen nach professioneller Renovierung oft 15–25 % mehr als vergleichbare Neubauwohnungen in ähnlicher Lage.

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Dieser „Charme-Bonus" lässt sich gezielt einsetzen: Original-Dielen aufarbeiten statt ersetzen, Stuckdecken erhalten, Holzfenster durch energetisch gleichwertige Modelle im historischen Stil ersetzen. Das kostet nicht viel mehr, zahlt sich aber beim Verkaufserlös aus.

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Risiken beim Altbau: Was wirklich teuer werden kann

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Altbau ist nicht ohne Tücken. Die größten Kostenfallen:

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  • Asbest: In Gebäuden aus den 1970er und frühen 1980er Jahren häufig verbaut (Fassadenplatten, Bodenkleber, Rohrdämmung). Asbestentsorgung kostet 3.000–15.000 € je nach Umfang, bei flächendeckendem Befall auch mehr.
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  • Schimmel: Besonders in schlecht gedämmten Altbauten ein Problem. Je nach Ausmaß 2.000–10.000 € für professionelle Sanierung inklusive Ursachenbehebung.
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  • Veraltete Elektroinstallation: Aluminium-Leitungen oder Nullungsschema ohne Schutzleiter bedeuten komplette Neuverkabelung – Kosten 8.000–20.000 € für eine 70-m²-Wohnung.
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  • Alte Heizungsanlage: Ölheizung aus den 1990ern kann beim Wiederverkauf zum Problem werden. Austausch gegen Wärmepumpe oder moderne Gasheizung kostet 10.000–20.000 €.
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  • Feuchtigkeit im Keller/Fundament: Kann auf versteckte Bauschäden hinweisen, die sich zu fünfstelligen Sanierungskosten summieren.
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Die gute Nachricht: Diese Risiken lassen sich mit einer professionellen Besichtigung und einem erfahrenen Bausachverständigen (Kosten: 500–1.500 €) erheblich reduzieren. Wer diese Investition scheut, zahlt am Ende deutlich mehr.

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Neubau für Flips: Warum es fast nie funktioniert

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Neubauimmobilien sind für Fix & Flip aus mehreren Gründen ungeeignet:

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  • Kein Renovierungspotenzial vorhanden – der Mehrwert durch Aufwertung fehlt.
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  • Kaufpreis entspricht bereits dem Marktwert oder liegt darüber.
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  • Käufer zahlen keinen nennenswerten Aufpreis für kosmetische Veränderungen.
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  • Grunderwerbsteuer und Kaufnebenkosten von 10–15 % fressen die ohnehin schmale Marge auf.
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Ausnahme: Neubauten, die aus persönlichen Gründen (Scheidung, Notverkauf, Insolvenz des Bauträgers) unter Marktwert angeboten werden. Solche Gelegenheiten gibt es – sie sind jedoch selten und erfordern sehr schnelles Handeln.

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Vergleich: Kalkulation im direkten Gegenüber

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Szenario A – Altbau 1960er Jahre, 75 m²:

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  • Kaufpreis: 130.000 €
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  • Kaufnebenkosten (~12 %): 15.600 €
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  • Renovierung: 45.000 €
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  • Finanzierungskosten (6 Monate): 3.500 €
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  • Gesamtkosten: 194.100 €
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  • Verkaufspreis (ARV): 230.000 €
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  • Rohgewinn: 35.900 € (vor Steuer)
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Szenario B – Neubau 2018, 75 m²:

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  • Kaufpreis: 260.000 €
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  • Kaufnebenkosten (~12 %): 31.200 €
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  • Aufwertung (kosmetisch): 8.000 €
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  • Finanzierungskosten (4 Monate): 4.200 €
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  • Gesamtkosten: 303.400 €
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  • Verkaufspreis (ARV): 310.000 €
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  • Rohgewinn: 6.600 € (vor Steuer) – kaum rentabel
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Fazit: Altbau gewinnt für Flips – mit den richtigen Sicherheitsmaßnahmen

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Die Gleichung für Fix & Flip ist einfach: Nur wer günstig einkauft, kann profitabel verkaufen. Und günstig einkaufen bedeutet fast immer: Altbau mit Renovierungsbedarf. Die Risiken (Asbest, Schimmel, Elektro) sind real, aber beherrschbar – wenn man sie kennt, vor dem Kauf identifiziert und in die Kalkulation einpreist.

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Neubau für Flips ist in den meisten Fällen kein rentables Geschäftsmodell. Die Margen sind zu dünn, das Aufwertungspotenzial fehlt, und die Kaufnebenkosten fressen jeden Gewinn auf. Wer erfolgreich flippen will, lernt Altbauten zu lieben – und zu kalkulieren.