Exposé erstellen für maximalen Verkaufspreis: Der Fix & Flip Vermarktungs-Guide
Die Renovierung ist fertig – jetzt kommt der Moment der Wahrheit. Das Exposé ist das Verkaufswerkzeug, das die monatelange Arbeit in eine konkrete Kaufentscheidung umwandeln soll. Wer hier schludert, verschenkt Geld. Wer professionell vorgeht, erzielt den maximalen Preis in minimaler Zeit.
Schritt 1: Professionelle Fotografie – keine Kompromisse
Fotos sind der erste und wichtigste Eindruck. Statistiken zeigen: Objekte mit professionellen Fotos werden 30–50 % öfter geklickt als solche mit Smartphone-Fotos. Höherer Traffic bedeutet mehr Besichtigungen, mehr Angebote, besserer Preis.

Kosten für professionellen Immobilienfotografen: 500–1.500 €. Bei einem Objekt mit ARV 250.000 € ist das weniger als 0,6 % des Verkaufspreises – und eine der rentabelsten Ausgaben im gesamten Projekt.
Worauf bei guten Immobilienfotos zu achten ist:
- Licht: Tageslicht bevorzugt, alle Rollläden auf, Innenbeleuchtung einschalten
- Weitwinkel: Räume wirken größer und einladender
- Homestaging vorher: Möbel, Dekoration, Pflanzen für Wohngefühl
- Außenaufnahmen: Fassade, Eingang, Balkon, Garten
- Details: Highlights fotografieren (neues Bad, Küche, Dielenboden)
Schritt 2: Grundriss digitalisieren
Ein sauber aufbereiteter Grundriss mit Maßangaben ist für Kaufinteressenten fast so wichtig wie Fotos. Viele Kaufentscheidungen werden schon vor der Besichtigung getroffen – oder ausgeschlossen.
Optionen:
- Online-Tools (z. B. Floorplanner, HomeByMe): kostenlos bis 30 €
- Freelancer auf Fiverr oder ähnlichen Plattformen: 50–150 €
- Immobilienfotograf mit Grundriss-Service: oft im Paket 100–200 € extra
Schritt 3: Verkaufspreis festlegen (ARV-Methode)
Die wichtigste Entscheidung – und gleichzeitig die häufigste Fehlerquelle. Zu hoher Preis: Objekt bleibt liegen, Vermarktungsdauer steigt, Finanzierungskosten fressen die Marge. Zu niedriger Preis: Gewinn verschenkt.
ARV-Methode Schritt für Schritt:
- Mindestens 5–8 aktuelle Verkaufsangebote in gleicher Lage, Größe und Sanierungsstand sammeln (ImmoScout24, Immowelt)
- Verkaufte Objekte (nicht nur Angebote) beim lokalen Gutachterausschuss recherchieren
- 2–3 lokale Makler um kostenlose Bewertung bitten
- Zielpreis festlegen, 5–10 % Verhandlungspuffer entscheiden (je nach Marktlage)
Psychologische Preispunkte nutzen: 299.000 € statt 300.000 €, 449.000 € statt 450.000 €. Bei Suchfiltern auf Plattformen gibt es Grenzen bei 300.000, 400.000, 500.000 € – wer diese unterschreitet, erscheint in mehr Suchen.
Schritt 4: Zielgruppe definieren und Exposé-Text ausrichten
Verschiedene Zielgruppen haben verschiedene Prioritäten:
- Eigennutzer-Familie: Schulen, Kindergärten, Parkplätze, Garten, ruhige Lage betonen
- Kapitalanleger: Mietrendite, Leerstandsrisiko, Mietspiegel, Verwaltungsaufwand erwähnen
- Singles/Paare: Verkehrsanbindung, Einkauf, Nachbarschaft, moderne Ausstattung
Ein gutes Exposé spricht klar eine Zielgruppe an – nicht alle gleichzeitig.
Schritt 5: Pflichtangaben im Exposé
Im Exposé müssen folgende Informationen enthalten sein:
- Wohnfläche, Zimmeranzahl, Grundstücksfläche (beim EFH)
- Baujahr, Sanierungsjahr
- Energieausweis-Kennwerte (Pflicht nach GEG)
- Heizungsart und -alter
- Kaufpreis, Nebenkosten, Provision (falls Makler)
- Anschrift des Objekts (zumindest Straße und Ort)
Schritt 6: Plattformen und Kanalstrategie
Die wichtigsten Plattformen für Deutschland:
- ImmoScout24: Marktführer, teuerste Plattform (ca. 100–300 € für 4 Wochen), höchste Reichweite
- Immowelt: Starke Präsenz, günstigere Option, viele überregionale Käufer
- eBay Kleinanzeigen: Kostenlos, gut für günstigere Objekte und lokale Käufer
- Facebook Marketplace: Ergänzend, gute Reichweite für bestimmte Zielgruppen
- Lokale Makler-Netzwerke: Off-Market-Käufer, schnellste Abwicklung
Fazit
Ein professionelles Exposé mit starken Fotos, klarem Grundriss, präzisem Preis und zielgruppengerechtem Text kann den Unterschied zwischen 6 Wochen und 6 Monaten Vermarktungszeit bedeuten. Und zwischen dem Zielpreis und 5–10 % Abschlag. Investition von 1.000–2.000 € in Fotografie und Exposé-Erstellung zahlt sich fast immer aus.











