Festpreisangebot vs. Regiearbeit: Die richtige Wahl für Fix & Flip
Eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Renovierungsplanung: Festpreis oder Regiearbeit? Diese Wahl beeinflusst nicht nur die Kosten, sondern auch das Risiko des gesamten Projekts. Investoren, die konsequent auf Festpreise setzen, haben besser kalkulierbare Projekte – zahlen dafür aber mehr.
Was ist der Unterschied?
Festpreisangebot (Pauschalpreis)
Der Handwerker verpflichtet sich, eine definierte Leistung zu einem vorher festgelegten Preis zu erbringen – unabhängig davon, wie lange er tatsächlich braucht. Vorteil: maximale Planungssicherheit. Nachteil: der Handwerker kalkuliert einen Risikopuffer ein, der den Preis erhöht.

Regiearbeit (Zeit + Material)
Der Handwerker rechnet tatsächlich geleistete Stunden (Stundenlohn 35–80 € netto) plus Materialkosten ab. Vorteil: günstiger wenn die Arbeit einfacher ist als erwartet. Nachteil: Kosten können explodieren, keine Planungssicherheit.
Warum Regiearbeit beim Fix & Flip gefährlich ist
Das Kernproblem: Bei Regiearbeit hat der Handwerker keinen Anreiz für Effizienz. Mehr Stunden = mehr Geld. Für Fix & Flip Investoren, die auf genaue Kalkulation angewiesen sind, ist Regiearbeit ein Risiko:
- Ein Elektriker schätzt 3 Tage für Elektroinstallation → werden 6 Tage
- Bei 55 €/h Stundenlohn: 24 Stunden Mehraufwand = 1.320 € extra
- Über 5 Gewerke multipliziert: kann 5.000–15.000 € Budgetüberschreitung bedeuten
Welche Gewerke zwingend auf Festpreis bestehen
- Elektroinstallation: Umfang schwer vorherzusagen, Kosten können stark variieren – Festpreis Pflicht
- Badezimmer-Komplettsanierung: Viele Gewerke kombiniert, klarer Leistungsumfang → Festpreis sinnvoll
- Malerarbeiten: Gut abzugrenzen (m² Wandfläche), einfach als Festpreis zu vereinbaren
- Bodenverlegung: Klare Flächenangabe, standardisiertes Festpreisformat
- Fenstermontage: Klare Stückzahl und Modell → Festpreis problemlos möglich
Gewerke wo Regiearbeit akzeptabel ist:
- Kleine Abbrucharbeiten wo Umfang unklar ist
- Fehlerbehebungen wo das Ausmaß erst sichtbar wird wenn geöffnet
- Kleinreparaturen unter 1.000 €
Wie man ein Festpreisangebot aushandelt
Handwerker bieten nicht automatisch Festpreise an – manchmal muss man danach fragen. So geht es:
- Leistungsverzeichnis erstellen: Genaue Beschreibung was gemacht werden soll (m², Materialart, Anzahl Elemente). Je genauer, desto einfacher für den Handwerker einen Festpreis zu kalkulieren.
- Festpreis explizit anfordern: „Ich benötige ein Festpreisangebot auf Basis dieses Leistungsverzeichnisses."
- Mindestens 3 Angebote einholen: Vergleichbarkeit herstellen, Preisrahmen kennen
- Verhandeln: Unterste Grenze der Angebote als Basis nehmen, 10–15 % Verhandlungsraum ist realistisch
Was in das Festpreisangebot muss
Ein seriöses Festpreisangebot enthält:
- Detaillierte Leistungsbeschreibung (was wird gemacht, welche Materialien)
- Pauschalpreis (inkl. MwSt.)
- Zahlungsplan (Abschlag/Restzahlung)
- Geplante Ausführungszeit
- Regelung für Zusatzleistungen (was passiert bei unvorhergesehenen Arbeiten)
- Gewährleistungszeitraum (gesetzlich 5 Jahre auf Werkleistungen nach BGB)
Vertragsklauseln die Investoren schützen
- Vertragsstrafe bei Überschreitung des Abgabetermins: 0,5 % des Auftragswertes pro Werktag Verzug (max. 5 %) – nicht immer durchsetzbar, aber abschreckend
- Einbehaltsregelung: 5 % des Rechnungsbetrags als Sicherheitseinbehalt für 2 Jahre nach Abnahme
- Abnahmeprotokoll: Mängel vor der Schlusszahlung schriftlich dokumentieren
Zahlungspläne: Nie 100% vorzahlen
Übliche und faire Zahlungsstruktur:
- Anzahlung bei Auftragsvergabe: 20–30 %
- Zwischenzahlung nach erkennbarem Fortschritt: 40–50 %
- Schlusszahlung nach Abnahme ohne Mängel: 20–30 %
Wer 100 % vorzahlt, hat kein Druckmittel mehr wenn Qualität oder Timing nicht stimmt.
Fazit
Festpreise sind für Fix & Flip Investoren das Instrument der Wahl – bei allen Gewerken die einen definierbaren Leistungsumfang haben. Der etwas höhere Preis kauft Planungssicherheit, die für eine präzise Projektkalkulation unerlässlich ist. Regiearbeit ist nur bei echten Unbekannten akzeptabel – und auch dann mit einem täglichen Aufwandslimit absichern.











