Homestaging beim Fix & Flip: Lohnt sich die Investition?

Homestaging ist die professionelle Möblierung und Dekoration einer Immobilie vor dem Verkauf. Was in den USA seit Jahrzehnten Standard ist, setzt sich in Deutschland immer stärker durch. Fix & Flip Investoren, die Staging ignorieren, verschenken oft mehrere tausend Euro Verkaufserlös – oder warten deutlich länger auf den Abschluss.

Was Homestaging bewirkt

Studien und Praxiserfahrungen belegen konsistent:

Homestaging beim Fix & Flip: 1-3% Investition für 5-10% mehr Verkaufspreis
Homestaging beim Fix & Flip: 1-3% Investition für 5-10% mehr Verkaufspreis
  • Kürzere Vermarktungszeit: Gestagede Objekte verkaufen sich im Schnitt 30–50% schneller
  • Höherer Verkaufspreis: 5–10% über vergleichbaren nicht-gestagedten Objekten realistisch
  • Mehr Anfragen und Besichtigungen: Hochwertigere Fotos = mehr Klicks auf Portalen
  • Bessere emotionale Bindung: Käufer können sich leichter vorstellen, darin zu wohnen

Was Homestaging konkret umfasst

Professionelles Homestaging beinhaltet je nach Paket:

  • Möblierung: Neutrale, moderne Möbel (oft gemietet für die Vermarktungsphase)
  • Dekoration: Kissen, Decken, Kunstdrucke, Pflanzen, Vasen
  • Beleuchtung: Stehlampen, Tischleuchten für warme Atmosphäre
  • Entpersonalisierung: Entfernung privater Gegenstände, Familienfotos, religiöser Symbole
  • Kleinreparaturen: Viele Stager beheben noch kleine Mängel
  • Geruchsoptimierung: Neutrale Düfte statt Küchengerüche

Was kostet Homestaging?

Drei Kategorien:

Professionelle Stager (Vollservice):

  • Erstberatung: 200–500 Euro (oft auf Staging-Kosten anrechenbar)
  • Kleine ETW (50 m²): 1.500–3.000 Euro
  • Einfamilienhaus (120 m²): 3.000–8.000 Euro
  • Inklusive Möbelmiete für ca. 3 Monate Vermarktungszeit

Teilservice (nur Beratung, Möbel vom Investor gemietet):

  • Beratung + Styling-Plan: 500–1.000 Euro
  • Möbelmiete separat: 300–800 Euro/Monat

DIY-Staging (nur Dekoration, Möbel vorhanden):

  • Deko-Einkauf: 200–600 Euro
  • Eigene Zeitinvestition: 4–8 Stunden

Rechenbeispiel: Lohnt sich Staging?

Immobilie mit Marktwert 300.000 Euro, Staging-Kosten 3.500 Euro

  • Ohne Staging: Verkaufspreis 295.000 Euro nach 4 Monaten
  • Mit Staging: Verkaufspreis 315.000 Euro nach 6 Wochen
  • Mehrerlös: 20.000 Euro
  • Minus Staging-Kosten: 3.500 Euro
  • Minus eingesparte Finanzierungskosten (2,5 Monate): ca. 2.500 Euro
  • Netto-Vorteil: ca. 19.000 Euro

Das Verhältnis 1:5 (1 Euro Staging = 5 Euro Mehrerlös) ist bei hochwertigen Objekten und gutem Stager realistisch.

Wann Staging besonders lohnt

  • Leere Immobilie: Leer wirkende Räume fühlen sich kleiner an als möblierte
  • Schwierige Grundrisse: Staging kann zeigen, wie ein ungewöhnlicher Grundriss genutzt werden kann
  • Mittleres bis gehobenes Preissegment (über 200.000 Euro): ROI höher als bei Billigobjekten
  • Konkurrenzschwacher Markt: In begehrten Lagen mit vielen Angeboten hebt Staging heraus

Wann Staging verzichtbar ist

  • Extremes Nachfrage-Überangebot: Wenn Objekte sich von selbst schnell verkaufen, ist Staging kaum nötig
  • Sehr günstige Objekte unter 80.000 Euro: Investitions-ROI schwierig zu rechtfertigen
  • Investoren-Deals: Wenn bewusst an Kapitalanleger verkauft wird, die keine Emotion kaufen

Fazit

Homestaging ist beim Fix & Flip eine der rentabelsten Investitionen, die in der Vermarktungsphase möglich ist. Eine Investition von 1–3% des Verkaufspreises kann 5–10% mehr Erlös bringen – und die Vermarktungszeit erheblich verkürzen. Wer Staging als Kostenfaktor betrachtet, statt als Investition, lässt Geld auf dem Tisch.