Eigenkapitalrendite bei Immobilien: Warum 20% EKR besser klingt als 8% Gesamtrendite

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„Ich mache 8 % Rendite auf meine Immobilien." – Das klingt solide. Aber 8 % worauf genau? Auf das investierte Eigenkapital oder auf den Gesamtkaufpreis? Der Unterschied ist dramatisch und entscheidet darüber, ob eine Investition tatsächlich rentabel ist oder nur gut klingt.

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Drei Renditekennzahlen, die jeder kennen sollte

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Gesamtkapitalrendite (GKR)

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Die Gesamtkapitalrendite zeigt, wie rentabel das gesamte investierte Kapital (Eigen- + Fremdkapital) ist. Sie ist unabhängig von der Finanzierungsstruktur und zeigt den „echten" Ertrag der Immobilie.

Eigenkapitalrendite bei Immobilien berechnen: Leverage-Effekt und was 20% EKR bedeuten
Eigenkapitalrendite bei Immobilien berechnen: Leverage-Effekt und was 20% EKR bedeuten
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Formel: GKR = (Gewinn / Gesamtkapital) × 100

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Eigenkapitalrendite (EKR)

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Die Eigenkapitalrendite zeigt, wie viel Rendite das tatsächlich eingesetzte Eigenkapital erwirtschaftet hat. Diese Kennzahl ist für den Investor die relevantere – denn sie misst, wie effizient das eigene Geld arbeitet.

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Formel: EKR = (Gewinn / eingesetztes Eigenkapital) × 100

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Cashflow-Rendite

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Zeigt die laufende Rendite auf Basis der jährlichen Mittelzuflüsse – relevanter für Buy & Hold als für Fix & Flip.

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Berechnungsbeispiel Fix & Flip

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Objekt: ETW 70 m², Kaufpreis 150.000 €

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  • Kaufpreis: 150.000 €
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  • Kaufnebenkosten (12 %): 18.000 €
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  • Renovierung: 30.000 €
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  • Finanzierungskosten (6 Monate, Kredit 112.500 €, 5 % p.a.): 2.813 €
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  • Gesamtkosten: 200.813 €
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  • Finanzierung: 75 % des Kaufpreises = 112.500 € Bank
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  • Eingesetztes Eigenkapital: 200.813 – 112.500 = 88.313 €
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  • Verkaufspreis (ARV): 230.000 €
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  • Rohgewinn: 230.000 – 200.813 = 29.187 €
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Gesamtkapitalrendite: (29.187 / 200.813) × 100 = 14,5 %

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Eigenkapitalrendite: (29.187 / 88.313) × 100 = 33,0 %

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Der gleiche Gewinn, aber zwei völlig unterschiedliche Aussagen – je nachdem welche Kennzahl man verwendet.

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Der Leverage-Effekt: Wie Fremdkapital die EKR hebelt

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Der Leverage-Effekt (Hebeleffekt) beschreibt das Phänomen, dass Fremdkapitaleinsatz die Eigenkapitalrendite steigert – solange der Zins des Kredits unter der Gesamtkapitalrendite liegt.

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Einfaches Beispiel:

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  • Gesamtkapitalrendite der Investition: 10 %
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  • Kreditzins: 5 %
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  • Differenz: 5 % – dieser „Spread" wird auf das gesamte fremdfinanzierte Kapital erzielt
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Bei 100.000 € Gesamtinvestition, 60.000 € Eigenkapital, 40.000 € Kredit (5 % Zins):

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  • Gesamtertrag (10 %): 10.000 €
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  • Zinskosten: 2.000 €
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  • Netto-Gewinn: 8.000 €
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  • EKR: 8.000 / 60.000 = 13,3 % (statt 10 % ohne Hebel)
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Würde man 90.000 € fremdfinanzieren (nur 10.000 € EK):

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  • Zinskosten: 4.500 €
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  • Netto-Gewinn: 5.500 €
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  • EKR: 5.500 / 10.000 = 55 %
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Der Hebel funktioniert – solange die GKR über dem Kreditzins liegt. Kehrt sich das Verhältnis um (Kreditzins > GKR), frisst der Hebel Rendite statt sie zu steigern.

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Warum 20% EKR besser ist als 8% GKR

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8 % auf das Gesamtkapital von 200.000 € = 16.000 € Gewinn.
\n20 % auf das eingesetzte EK von 80.000 € = 16.000 € Gewinn.

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Gleicher absoluter Gewinn – aber die EKR-Perspektive zeigt, wie effizient das eigene Kapital gearbeitet hat. Bei zwei verschiedenen Investitionen mit gleicher GKR aber unterschiedlicher Fremdkapitalstruktur kann die EKR erheblich variieren.

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Grenzen der EKR-Betrachtung

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Höhere EKR durch maximalen Hebel bedeutet nicht automatisch besseres Investing:

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  • Mehr Fremdkapital = mehr Zinsrisiko bei steigenden Zinsen
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  • Höheres Ausfallrisiko wenn Verkaufspreis sinkt
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  • Liquiditätsengpässe wenn Haltedauer sich verlängert
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Die optimale Eigenkapitalquote beim Fix & Flip liegt meist zwischen 30–50 % – genug Hebel für attraktive EKR, aber ausreichend Puffer für Risiken.

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Fazit

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Wer nur die Gesamtkapitalrendite kennt, sieht nicht wie effizient sein Kapital arbeitet. Eigenkapitalrendite und Leverage-Effekt sind die zentralen Kennzahlen für jeden Immobilien-Investor. Eine EKR von 20–35 % beim Fix & Flip ist realistisch und zeigt, warum Immobilien-Flipping bei richtiger Kalkulation zu den renditestarken Anlageformen gehört.